Felsenkeller

Felsenkeller sind ein zentrales Kulturgut des Aischgrunds. Von Marktbergel bis Adelsdorf sind sie in fast allen Orten anzutreffen. Manchmal mitten im Dorf, häufig an den Ortsrändern, gelegentlich auch abseits im Wald. Bis zu 1000 Keller könnten es insgesamt sein. Die meisten der hiesigen Keller wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in den Fels gehauen. Es war

ein regelrechter "Bauboom" zwischen 1850 und 1900. Ihre Entstehung hängt eng zusammen mit dem Aufblühen der Braukultur, dienten sie doch vor allem der Lagerung von Bier, aber auch von Most, Wein, Obst und Gemüse. Denn in den

Kellern herrschen gemäßigte, erstaunlich konstante Temperaturen. Dadurch bleibt das Gelagerte lange frisch und haltbar.

Gut 600 Keller hat der Geograph Bernhard Hölzel im Auftrag der LAG Aischgrund aufgespürt, untersucht, kartiert und fotografiert. Die umfassende Arbeit kann im LAG Büro eingesehen werden. Da auch im angrenzenden Südlichen Steigerwald viele alte Keller existieren, haben beide Nachbar-Aktionsgruppen ein gebietsübergreifendes Projekt ins Leben gerufen. Es ist die bislang umfangreichste LEADER-Maßnahme, sowohl was den finanziellen Umfang, aber auch die räumliche Ausdehnung und Zahl der Beteiligten betrifft. Das Gemeinschaftsprojekt setzt sich aus mehreren Teilen und auch Anträgen zusammen. Es gibt einen gesamtregionalen Teil, für den die beiden Aktionsgruppen gemeinsam die Trägerschaft und Kofinanzierung übernehmen. Es erfolgte eine Bestandsaufnahme der Keller in den zwölf Steigerwald-Gemeinden anhand eines Bewertungsbogens. Ferner wurde eine rechtliche Klärung der oft schwierigen Besitzverhältnisse angestrebt. An ausgewählten Kellern entlang eines Kellerwegs durch beide Regionen sollen Schautafeln deren Geschichte und Bedeutung vermitteln. Geplant sind außerdem eine Kellerbroschüre, das Angebot von Kellerführungen sowie weitere Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Daneben haben mehrere "Kellerkommunen" eigene Förderanträge eingereicht. Hier steht die

Sanierung, Aufwertung und der Erhalt vor allem der Keller-Eingangsbereiche im Mittelpunkt. Auch einige für die Öffentlichkeit zugängliche Schaukeller sollen entstehen. Am Projekt beteiligen sich bislang Neustadt, Gutenstetten, Uehlfeld,

Lonnerstadt, Höchstadt und Münchsteinach.

Kellerbesichtigungen sind derzeit möglich in:

  • Bad Windsheim - archäologisches Fenster am Marktplatz, Öffnungszeiten: im Rahmen der Stadtführungen Do - Mo, feiertags 15.00 Uhr, Infos: 09841-402 0 - Bad Windsheim
  • Neustadt/Aisch - im Rahmen einer Stadtführung zum Thema "Kellergewölbe". Zu buchen bei der Tourist-Info im Rathaus, Tel. 09161-666 14 - Neustadt/Aisch
  • Gutenstetten - Eiskeller und Bierkeller der örtlichen Brauereien. Informationen: Gemeinde Gutenstetten, Tel. 09161-3167 oder 88 85 0
  • Höchstadt/Aisch - Führungen durch den Kellerbergverein. Auskünfte bei der Stadtverwaltung, Tel. 09193-626 0 - Höchstadt/Aisch oder kellerfuehrungen@kellerberg-hoechstadt.de
  • Adelsdorf - Adelsdorfer Kellerweg, neun Kilometer langer Rundweg durch die Gemeinde - mit mehreren Schautafeln, nicht nur zu Kellern. Informationen im Rathaus, Tel. 09195-94 320
  • Lonnerstadt – Führung durch die Felsenkellerfreunde Lonnerstadt, Auskünfte bei Detlev Knapp, Tel. 09193-2676
  • Aischgrund - gastronomische Nutzung unter anderem in Voggendorf (Gemeinde Uehlfeld), Neuhaus, Lauf, Weppersdorf (Gemeinde Adelsdorf); Brauereibesichtigungen auch über die Aischgründer Bierstraße, Tel. 09161-92 1500 - Aischgründer Bierstraße

Aischgrund-Keller (Kellerbergverein Höchstadt e.V.)