Im Gebiet der LAG Aischgrund sind elf Figurenbeuten entstanden. Neun davon wurden mit LAG-Mitteln gefördert. Die Nonne in Birkenfeld wurde aus dem Regionalbudget der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land gefördert, Kaiserin Kunigunde entstand aus Eigenmitteln. Sieben Bienenbeuten hat die Holzbildhauern und Imkerin Birgit Jönsson aus Nürnberg erschaffen.
Mit diesen Skulpturen gelingt die Verbindung von Kunst mit Naturschutz. Denn die außergewöhnlichen, teils über drei Meter hohen Figuren können in ihrem Inneren ein Bienenvolk beherbergen. Damit wird nicht nur Lebensraum für eine bedrohte Tierart geschaffen, sondern gleichzeitig eine Sehenswürdigkeit für Einheimische und Touristen.
Kräuterfrau bei Hermersdorf
Die Bedeutung von Kräutern in der Region Vestenbergsgreuth ist auch heute noch groß. Den Ort prägt das Kräutertee-Unternehmen Martin Bauer, dessen Gründer eine eigene Bienenbeute gewidmet ist. Rund um Vestenbergsgreuth werden Heilkräuter angebaut. Die Kunstfigur "Kräuterfrau" bereichert den einige Jahre vorher angelegten Kräuterrundweg. Man findet sie nahe der Ortschaft Hermersdorf.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Gemeinde Vestenbergsgreuth.
Martin Bauer in Vestenbergsgreuth
Martin Bauer (1902-1998) hat in seinem Heimatort aus bescheidenen Anfängen heraus ein Kräutertee-Unternehmen aufgebaut. Mit 28 Jahren legte er den Grundstein für das heute weltweit operierende Unternehmen Martin Bauer. Er begann mit dem Anbau und der Verarbeitung heimischer Heil- und Kräuterpflanzen, später entwickelte er Verfahren zur schonenden Trocknung und Veredelung. Die Bienenbeute kann im Kräutergarten neben dem Firmensitz bestaunt werden. Der Kräutergarten ist eine Station am Kräuterrundweg.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Firma Martin Bauer.
Veit vom Berg in Uehlfeld
Veit vom Berg war eine bedeutende Persönlichkeit für Uehlfeld, insbesondere in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Geboren am 22. Mai 1612 in Baudenbach, wurde er 1649 Pfarrer in Uehlfeld, das zu diesem Zeitpunkt stark unter den Folgen des Krieges litt. Seine erste Predigt hielt er vor nur 31 verbliebenen Gemeindemitgliedern. Von ehemals 600 hatten nur Wenige den Krieg überlebt. Sein Andenken wird in der Gemeinde hochgehalten: Sowohl die Grund- und Mittelschule als auch eine Straße und eine Kindertagesstätte tragen seinen Namen. Die Figur steht direkt an der Ortsdurchfahrt vor der St. Jakobuskirche.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Gemeinde Uehlfeld.
Hopfenpflücker in Lonnerstadt
Der Hopfen hatte eine große wirtschaftliche Bedeutung für Lonnerstadt. Die Hopfendolde ist deshalb im Wappen verewigt. Ende der 1930er Jahre wurde der Hopfenanbau in Lonnerstadt eingestellt. Bauern stellten dann vorrangig auf den Getreideanbau um. Der Kräuterrundweg führt durch Lonnerstadt. In diesem Zug entstand die Bienenbeute "Hopfenpflücker". Im Sommer 2025 wurde der Hopfenpflücker renoviert und steht wieder an seinem ursprünglichen Platz am Lonnerstadter Ortseingang, von Mailach kommend.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Gemeinde Lonnerstadt.
Rockenbacher Bötin in Gutenstetten
Die Figurenbeute hat das Aussehen der „Rockenbacher Bötin“ Barbara Rühl. Sie lebte von 1853 bis 1946. Bötinnen transportierten Anfang des 20. Jahrhunderts Lebensmittel in einem Huckelkorb, der Kätzen, von den Dörfern in die Stadt. So kaufte die Bötin von Rockenbach von den örtlichen Bauern vorwiegend Butter und Eier auf, um sie in Neustadt weiterzuverkaufen. Von dort brachte sie wiederum Waren mit zurück ins Dorf, die es im dortigen kleinen Dorfladen nicht zu kaufen gab. Auf ihrem Weg kam die Bötin immer durch Gutenstetten und war dort ein gewohntes Bild. Die Figurenbeute hat ihren Platz am südöstlichen Ortseingang im Umfeld von Pavillon und Blumenbeeten.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Gemeinde Gutenstetten.
Der Teichwirt bei Diespeck
Ein Denkmal für die Teichwirtschaft setzt die Gemeinde Diespeck mit der Figurenbeute des Teichwirts. Die Teichwirtschaft im Aischgrund hat eine jahrhundertealte Tradition und ist besonders für ihre Karpfenzucht bekannt. In den zahlreichen Weihern der Region wächst die regionale Spezialität, der Aischgründer Spiegelkarpfen, heran. Den „Diespecker Teichwirt“ findet man am Aischtalradweg in der Nähe der Diespecker Klobenmühle, wo er Touristen wie Einheimische gleichermaßen beeindruckt.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Gemeinde Diespeck.
Markgraf Albrecht Achilles in Neustadt a.d.Aisch
Albrecht Achilles (1414–1486), geboren in Tangermünde, gestorben in Frankfurt/Main, war Kurfürst von Brandenburg und Markgraf von Ansbach-Kulmbach. Er konnte politische und militärische Erfolge verzeichnen. In Neustadt ließ er das Alte Schloss errichten, welches ihm als Jagd- und Familiensitz diente. Die Kunstfigurenbeute befindet sich vor dem Maschikelesturm am Alten Schloss, in dem unter anderem auch das Karpfenmuseum besichtigt werden kann. Die Figurenbeute wurde im Jahr 2013 eingeweiht.
Birgit Jönsson hat die Figur geschaffen, in der ein Bienenvolk lebt. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Stadt Neustadt a.d.Aisch.
Georg Wilhelm Steller in Bad Windsheim
Georg Wilhelm Steller (1709–1746) aus Bad Windsheim war ein deutscher Naturforscher, Arzt und Theologe. Als Teilnehmer der zweiten Kamtschatka-Expedition unter Vitus Bering war er 1741 einer der ersten Europäer, die Alaska erforschten. Dort entdeckte und beschrieb er zahlreiche Tierarten wie die Stellersche Seekuh, die in der Skulptur mit verewigt wurde. Mit seinen präzisen Beobachtungen von Natur und indigenen Völkern wurde er ein Pionier der wissenschaftlichen Feldforschung. Steller starb 1746 in Sibirien. Die Bienenbeute hat nach einer Reparatur ihren neuen Standort im Kurpark, nahe dem Lehrbienenstand des Bad Windsheimer Imkervereins.
David Wire aus Stimpfach (Landkreis Schwäbisch-Hall) hat die Figur erschaffen, in der ein Bienenvolk leben kann. Das Kunstwerk entstand mit LAG-Förderung. Auftraggeber war die Stadt Bad Windsheim.
Kaiserin Kunigunde bei Rüdisbronn
Die Figur der Kaiserin Kunigunde, Gemahlin von Kaiser Heinrich II., steht an der Staatsstraße 2253 bei Rüdisbronn. Sie ist aus einer Pappel geschnitzt und wurde im Sommer 2019 aufgestellt. Der Sage zufolge soll sich die Kaiserin im Osing, einem dichten Wald, um das Jahr 1000 verirrt haben. Im Dunkeln orientierte sie sich an dem Abendgeläut der Kirchenglocken der vier umliegenden Orte Herbolzheim, Krautostheim, Rüdisbronn und Humprechtsau und fand sicher wieder heim. Aus Dankbarkeit schenkte sie den 274 Hektar umfassenden Wald den vier Orten zu gleichen Teilen. Um Gleichberechtigung zu wahren, verfügte sie, dass die Parzellen alle zehn Jahre neu verlost werden müssen, und zwar in Jahren, die auf 4 enden. Dies ist europaweit einzigartig und seit 2016 immaterielles Kulturerbe.
Die Idee für die Figur ist in der Rüdisbronner Dorfgemeinschaft entstanden. Grischka Kohn aus Rüdisbronn hat das Kunstwerk geschnitzt.
Nonne Barbara von Leonrod in Birkenfeld
Die Zisterziensernonne entstammt der Adelsfamilie von Leonrod und verließ 1545 als letzte Nonne das Kloster Birkenfeld. Mit ihr endete das klösterliche Leben in Birkenfeld nach fast 270 Jahren. Die Figurenbeute der Barbara von Leonrod steht an einer neu geschaffenen Rast- und Gedankenstation, die auch ein Ort der Begegnung werden soll. Von hier aus hat der Betrachter gleichzeitig einen schönen Blick auf das ehemalige Kloster. Im September 2025 wurde die Figurenbeute feierlich eingeweiht.
Jörg Fritsche aus Pfullendorf ist der Erschaffer des Kunstwerks, in dem Platz für ein Bienenvolk vorgesehen ist. Die Figurenbeute entstand mit Förderung aus dem Regionalbudget der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land. Auftraggeber war Bastian Krämer, Ortssprecher von Birkenfeld.
Rübezahl bei Fetzelhofen
Die Holzskulptur des Waldschrats Rübezahl ist aus einem traurigen Anlass heraus entstanden: Rübezahl stützt eine rund 250 Jahre alte Eiche, die nach intensiver Verjüngung abgestorben ist.
Aus einem der starken Äste der Eiche hat der Holzkünstler Thomas Reich aus Trieb bei Lichtenfels die Figur geschnitzt. Das war im Jahr 2021. Motor dieser Aktion war der Fetzelhöfener Hermann Popp.
Wer Rübezahl besuchen möchte, geht in der Ortsmitte von Fetzelhofen, beim Buswartehäuschen, rund 200 Meter südlich den Weg entlang. Dort besteht auch Möglichkeit zur Rast.
Für die Skulptur hat der Obst- und Gartenbauverein Fetzelhofen-Ailsbach Förderung aus dem Bürgerengagement der LAG Aischgrund erhalten.
Standorte der Bienenbeuten
Die Künstlerin und ihre Werke
Birgit Jönsson (Foto mitte) kommt aus Nürnberg. Sie ist Bildhauerin und gleichzeitig Imkerin. In Nürnberg betreibt sie das Atelier Honighäusla. Bei ihrer Arbeit im Aischgrund konnten die Bürger vor Ort in der offenen Werkstatt hautnah miterleben, wie die Holzfiguren mit Hilfe von Elektrosäge, Schnitzwerkzeug und Spezialfarben ihre Form bekamen. Die Kunstobjekte sind figürliche Bienenstöcke, die Bienenvölker beherbergen. Sie verbinden die zentralen Themenschwerpunkte Kultur und Natur der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Aischgrund.
Die Bienenbeuten leisten einen kulturellen Beitrag, da eine traditionelle Kunstform aufrechterhalten wird, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Weiterhin kann diese Form der Bienenhaltung den Fortbestand der bedrohten Tierart nachhaltig unterstützen wie auch zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen. Zusätzlich eignen sich die Figuren sehr gut für Umweltbildungsmaßnahmen zum Thema Bienen.